Innenraumschadstoffe / Wohngifte und Raumklima

Sie werden als Ursache oder Mitverursacher von gesundheitlichen Belastungen und Erkrankungen in vielen Fällen nicht erkannt. Nicht selten treten unspezifische Symptome auf wie z. B. Allergien, Reizungen der Atemwege und der Haut sowie Kopfschmerzen, erhöhte Infektanfälligkeit und Konzentrationsstörungen.

Ältere und erkrankte Menschen sowie Kinder sind besonders gefährdet und häufiger betroffen.

Man kann grob unterscheiden zwischen leichtflüchtigen Stoffen wie Formaldehyd, Lösemittel, z.B. freigesetzt aus Klebern und Lacken, oder Duftstoffen und schwerflüchtigen Schadstoffen, wie z. B. Holzschutz- und Flammschutzmitteln .

Zur Ursachenklärung und Maßnahmenableitung ist eine Begehung und Inspizierung der Innenräume unerlässlich. Ergebnisse und Empfehlungen, die sofort vorliegen bzw. ableitbar sind, können für Sie sofort in einer Besprechungsnotiz festgehalten und Ihnen übergeben werden.
Meist ist jedoch zum Nachweis von Art und Quelle der Schadstoffe eine Probenahme und Laboranalyse erforderlich (siehe weiter unten unter „Vorgehen“ ausführlicher beschrieben). Hierzu gehört ein ausführlicher Bericht, der laienverständlich Ergebnisse bewertet, die Ursache abklärt und erforderliche Maßnahmen bzw. Empfehlungen festhält.

Für die Schadstoffanalyse stehen als Untersuchungsmethoden die Luft-, Staub- und Material- und Oberflächenprobenahme zur Verfügung.

Je nach Fragestellung kann es erforderlich sein, mehrere Probenahme-Verfahren miteinander zu kombinieren.

Über Luftproben lassen sich viele v. a. leicht- bis mittelflüchtigen Schadstoffe nachweisen.
Schwerflüchtige Schadstoffe lagern sich relativ rasch ab und binden an Staub. Sie werden deshalb meist über Staubproben nachgewiesen. Hierdurch lassen sich ev. auch Rückschlüsse auf Belastungen ziehen, die zeitlich deutlich vor dem Probenahme-Zeitpunkt bestanden haben können.

Materialproben müssen z. B. dann erfolgen, um sicher eine Schadstoff-Quelle bzw. eine Materialkontamination nachzuweisen. Für eine Sanierungsplanung ist dies unerlässlich.

Wie ist das Vorgehen?
Durch gründliche Begehung, Befragung und Inspektion werden zunächst Vorinformationen erhoben. Hierzu zählen Angaben zu Wohnumfeld, Baukonstruktion, Baustoffe, Innenraumgestaltung, Renovierung, Haustechnik, Gebäude-Schäden, Nutzung (Gebäudeanamnese) und zu gesundheitlichen Auffälligkeiten.

Diese Vorinformationen dienen dazu, Verdachtsmomente zu sammeln und zu klären, welche Schadstoffe vorhanden sein könnten und welche Quellen es wo geben könnte. Erst aus der zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse der Voruntersuchung ergibt sich, ob und mit welchen Messungen bzw. Laboranalysen ggf. den Verdachtsmomenten gezielt weiter nachgegangen werden muss. Auf diese Weise wird der Analyse- bzw. Kostenumfang möglichst ökonomisch gestaltet. Manchmal ergeben sich aufgrund der Begehung und Inspektion oder Schnelltests konkrete Hinweise auf Quellen und erste Empfehlungen. Ansonsten muss über Probenahme und Laboranalyse ermittelt werden. Unter Umständen ist aber mehr als ein Analyseschritt zur Abklärung einer Belastungssituation bzw. Fragestellung erforderlich.

Häufig gefundene Schadstoffe und typische Quellen in Innenräumen

  • Formaldehyd aus Holzwerkstoffen, Möbeln, Lacken
  • Lösemittel und andere leicht- bis mittelflüchtigen Stoffe aus Klebern, Beschichtungen, Möbeln, Baumaterialien, Bodenbelägen, Reinigungsmittel
  • Pestizide aus Holz-, Insekten-, Textilienschutzmitteln und andere schwerflüchtigen Stoffe wie Flammschutzmittel und Weichmacher aus PVC-Produkten, Textilien, Bodenbelägen, Matratzen, Polstermöbeln
  • Partikel und Fasern aus asbesthaltigen Baustoffen, Dämmstoffen, aus Lüftungs- und Klimaanlagen, Teppichböden, Brandstellen

Luftverunreinigungen in Wohn- und Arbeitsräumen haben deutlich zugenommen.
Verursacht wird dies einerseits durch eine zunehmende gebäudeinterne Schadstoff-Freisetzung, z. B. aus Baustoffen, Beschichtungen, der Inneneinrichtung, Haushaltschemikalien, Biozid-Sprays oder durch handwerkliche Fehler bei Einbau oder bei Gebäudeschäden. Nicht selten liegt zusätzlich eine Belastung durch gesundheitlich abträgliche Raumklimafaktoren vor wie: unausgewogene Luftionenverhältnisse, erhöhter Feuchte-, Kohlendioxidgehalt, erhöhte Luftelektrizität.

Zum anderen wird ein Schadstoff verdünnender Luftaustausch zwischen Innen und Außen durch den Einbau besser abdichtender Fenster und Türen verringert, es werden Wohnräume seltener und weniger effektiv als früher manuell gelüftet und wir verbringen in Mitteleuropa immer mehr Zeit in Innenräumen (durchschnittlich 90% der Tageszeit). Die festzustellende steigende Fallzahl belasteter Innenräume ist nur die logische Folge.
Schadstoffkonzentrationen in Innenräumen liegen immer häufiger über denen der umgebenden Außenluft, sogar in Großstädten.

Es gibt eine Vielzahl möglicher Quellen und möglicher Schadstoffe bzw. Belastungsfaktoren. Außerdem reagieren wir Menschen sehr individuell. Bei der Klärung einer Gesundheitsbelastung ist also Detektivarbeit gefragt und es gilt häufig erst einmal herauszufinden, wonach überhaupt gesucht werden muss.